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"Die Kunst ist die höchste Form von Hoffnung." - Gerhard Richter

Grand Tour 2026: Warum Europa in diesem Jahr das Maß aller Dinge bleibt

  • 17. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Von Basel bis Barcelona – während der Kunstmarkt sich neu sortiert, festigt Europa seine kulturelle Vormachtstellung. Unser Guide zu den wichtigsten Blockbuster-Ausstellungen, die Sie jetzt auf dem Schirm haben müssen.


Der Kunstsommer 2025 war ein Triumphzug – von Bilbao bis zur Fondation Louis Vuitton in Paris. Doch wer dachte, die Institutionen würden 2026 einen Gang zurückschalten, irrt gewaltig. Während mancherorts über „Cultural Hegemony“ debattiert wird, liefert der Kontinent die Beweise einfach direkt an den Museumswänden.


Zwei große Gemälde von Gerhard Richter in der Ausstellung in der Louis Vuitton Foundation
Foto: © Fondation Louis Vuitton

Wir haben die Highlights kuratiert, die man zwischen London, Paris und Florenz gesehen haben muss.


1. Das Jenseits in Basel: „Ghosts. Visualizing the Supernatural“


Gemälde Saul und die Hexe von Endor, von Benjamin West
Saul und die Hexe von Endor, von Benjamin West

Kunstmuseum Basel | bis 8. März 2026 Basel ist nicht nur während der Messezeit das Epizentrum der Kunstwelt. Das Kunstmuseum wagt sich derzeit an das Ätherische: Eine Mammutschau mit über 160 Werken aus 250 Jahren Kunstgeschichte untersucht, wie Künstler das Unsichtbare sichtbar machen. Von Eugène Delacroix bis Marcel Duchamp – die Ausstellung taucht tief in das späte 19. Jahrhundert ein, als der Spiritismus die Populärkultur fest im Griff hatte. Gruselig? Vielleicht. Kuratorisch brillant? Definitiv.


Tickets für Erwachsene kosten 30 CHF.

2. Der Richter-Marathon in Paris (Unser Favorite)


Abstraktes Großformat von Gerhard Richter im Saal der Louis Vuitton Foundation
Foto: © Fondation Louis Vuitton / Marc Domage

Fondation Louis Vuitton | bis 2. März 2026 In Frank Gehrys Segelschiff in Paris dreht sich derzeit alles um einen Giganten: Gerhard Richter. Mit 270 Werken aus den Jahren 1962 bis 2024 ist dies die ultimative Retrospektive. Von den fotorealistischen „48 Porträts“ bis zum politisch aufgeladenen „18. Oktober 1977“-Zyklus (Baader-Meinhof) deckt die Schau alle Facetten ab. Es ist eine Machtdemonstration des Künstlers, der wie kaum ein anderer zwischen Abstraktion und Figuration pendelt. Ein Muss für jeden, der verstehen will, warum Richter am Sekundärmarkt weiterhin unantastbar bleibt.


Tickets kosten zwischen 5 bis 32 Euro und sind schnell ausgebucht!


3. Miró: Jenseits des Mythos in Barcelona


1953-Joan Miró (1893-1983). La sonrisa de alas flameantes, 1953. Museo Reina Sofia, Madrid.
1953-Joan Miró (1893-1983). La sonrisa de alas flameantes, 1953. Museo Reina Sofia, Madrid.

Fundació Joan Miró | bis 29. März 2026 Vergessen Sie für einen Moment das Picasso-Museum. Wer die Wurzeln der radikalen Malerei verstehen will (ohne die es keinen Cy Twombly gäbe), muss zur Fundació Joan Miró. Die Doppelausstellung feiert nicht nur 50 Jahre Stiftungsgeschichte, sondern dekonstruiert auch den Künstler selbst: Miró, der „Anti-Böhmi“, der die Malerei „ermorden“ wollte. Ein tiefer Einblick in seine katalanische Identität und seinen Weg zum radikalen Erneuerer der Form.


Tickets gibt es direkt bei der Fundació Joan Miro für 18 Euro.


4. Gigantenduell in London: Turner vs. Constable


Zwei Portraits von John Constable (Links) und J. M. W. Turner (Rechts) by Tate Britain
Portraits von John Constable (Links) und J. M. W. Turner (Rechts) by Tate Britain

Tate Britain | bis 12. April 2026 Es ist das ewige Duell der britischen Landschaftsmalerei. J.M.W. Turner und John Constable konnten sich zu Lebzeiten kaum ausstehen, und die Tate Britain inszeniert diese Rivalität nun meisterhaft. Dramatische Atmosphäre trifft auf idealisierte ländliche Ruhe. Die Ausstellung zeigt jedoch überraschende Parallelen in ihrer Besessenheit von Licht und Wetter – eine seltene Gelegenheit, beide Meister im direkten Dialog zu erleben.


Tickets gibt es für junge Kunstliebhaber (16-25) schon ab 5 GBP.


5. Der späte Cézanne in Basel


Nature morte aux pommes et aux oranges, par Paul Cézanne by SRF
Nature morte aux pommes et aux oranges, par Paul Cézanne by SRF

Fondation Beyeler | bis 25. Mai 2026 Woody Allen nannte Cézannes Stillleben einst einen Grund, warum das Leben lebenswert ist. Die Fondation Beyeler zeigt nun über 80 Gemälde des Meisters aus Aix-en-Provence. Der Fokus liegt auf seinen späten Jahren – jener hyper-kreativen Phase, die den Übergang vom Impressionismus zum Kubismus einläutete. Es ist eine kontemplative Schau, die zeigt, wie Cézanne die visuelle Sprache der Moderne im Alleingang neu erfand.


Tickets gibt es für 25 CHF.


6. Wes Anderson: Das Archiv als Kunstform


Modell des Grand Budapest Hotels aus Wes Andersons gleichnamigem Film von 2014
Modell des Grand Budapest Hotels aus Wes Andersons gleichnamigem Film von 2014

Design Museum London | bis 26. Juli 2026 Ist es Design? Ist es Film? Es ist ein Gesamtkunstwerk. Das Design Museum präsentiert die erste große Retrospektive von Wes Anderson. Mit über 600 Objekten – von handgeschriebenen Notizbüchern bis zum rosa Modell des „Grand Budapest Hotel“ – wird hier die obsessiv kuratierte Welt eines Regisseurs gefeiert, dessen Ästhetik eine ganze Generation von Instagram-Accounts und Inneneinrichtern geprägt hat.


Tickets kosten 20 GBP für Erwachsene.


Was kommt als Nächstes? Markieren Sie Ihren Kalender:


  • Tracey Emin: „A Second Life“ (Tate Modern, London | ab 27. Februar): Eine monumentale Retrospektive der YBA-Ikone, inspiriert von ihrem Sieg über den Krebs. Erwarten Sie schonungslose Intimität und vielleicht sogar das legendäre „Bed“.


    Tracey Emin, Mein Bett (1998; Matratze, Laken, Kissen, Seile, Objekte, 79 x 211 x 234 cm)
    Tracey Emin, Mein Bett (1998; Matratze, Laken, Kissen, Seile, Objekte, 79 x 211 x 234 cm)
  • Rothko in Florenz (Palazzo Strozzi | ab 14. März): Mark Rothkos transzendente Farbfelder in den Hallen eines Renaissance-Palasts des 15. Jahrhunderts. Ein Kontrastprogramm, das Tränen garantieren soll.


    Mark Rothko “Untitled (Gelb und Blau)”
    “Untitled (Gelb und Blau)”
  • Matisse 1941–1954 (Grand Palais, Paris | ab 24. März): Über 230 Werke, die Matisses späte „Scherenschnitt“-Phase feiern. Eine Explosion von Farbe im frisch renovierten Grand Palais.


    Henri Matisse: Bild »Blauer Akt II« (1952)
    Henri Matisse: Bild »Blauer Akt II« (1952)

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Unser Tipp: Planen Sie Ihre Reisen frühzeitig. Besonders für Richter in Paris und Emin in London sind die Zeitfenster heiß begehrt. Europa im Jahr 2026 ist kein Ort für Last-Minute-Entscheidungen, sondern für echte Kenner.

 
 
 

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